In meinem gestrigen Blog-Eintrag habe ich folgendes geschrieben: "Amerika ist auf dem Weg zu einer Rezession. Schuld daran ist der CEO George W. Bush und seine Kriegshetzer-Gang."
Alexander Müller (
morgarten) hat daraufhin einen ausführlichen Kommentar gepostet auf den ich an dieser Stelle gerne antworten würde.
"Subergwest, auf was stützt du deine unseriöse Behauptung?"
Lieber Alexander Müller,
Ich behaupte seriös, dass Subergwest nur seriöse Behauptungen macht. Manche seriösen Behauptungen werden aber sehr unseriös gelesen.
"Es stimmt zwar, dass Bush für den Irakkrieg und den Einsatz in Afghanistan Milliarden verpulvert doch das ist nicht der wahre Grund weshalb die USA in eine Rezession zu schlittern drohen."
Ich habe geschrieben "Schuld daran ist der CEO George W. Bush und seine Kriegshetzer-Gang". Ich habe damit nicht gesagt die Kriege seien Schuld an der Rezession, sondern eben Bush und seine Kriegshetzer-Gang. (Kriegshetzer-Gang ist einfach die offiziell-anerkannte Bezeichnung für die Bush-Regierung. Genau so wie ich "rechtspopulistische Milliardäre" gelegentlich als Bezeichnung für die
Zürcher SVP verwende. Aber wenn ich diese Begriffe jedes mal wieder erklären muss kommen wir ja nirgends hin, gell?)
Also weiter:
"Denn die USA lassen sich ihre Kriege von China und anderen Staaten die grosse Mengen an US-Dollar in ihren Nationalbanken horten finanzieren."
Stimmt.
"Vielleicht hast du ja schon mitgekriegt, dass der Dollarkurs in den vergangenen Monaten eingebrochen ist. Wer also Dollars hat, verliert Geld an die USA, welche damit ihren Krieg finanzieren."
Wir sind letztes Wochenende von einem viermonatigen USA-Aufenthalt zurück gekommen. Ich habe den Dollarkurs "mitgekriegt". Damit wir den Krieg nicht weiter finanzieren, haben wir unsere Dollars ganz schnell ausgegeben.
"Bush tut in Tat und Wahrheit alles um eine Rezession zu verhindern. Seine Steuerentlastungsprogramme sowie die Zinssenkung der Notenbank stützen die Wirtschaft."
Stimmt. Leider kommt das wahrscheinlich zu spät. Ausserdem gesteht er damit ein, dass seine wirtschaftsliberale Regierung versagt hat.
"Das Hauptproblem der US-Rezession dürfte am Einbruch am US-Häusermarkt liegen. Viele Häuser haben dadurch an Wert verloren. Kredite, die auf diese Häuser abgestützt waren sind plötzlich nicht mehr gedeckt, die Banken müssen Abschreibungen vornehmen, das wirkt sich auf ihre Gewinne aus, die einbrechen oder es gibt gar Verluste...die Aktienkurse fallen, die Nachfrage sinkt, Leute werden entlassen usw.
So funktioniert das."
Bush und die Kriegshetzer-Gang halten nichts von der Einmischung des Staates in die Wirtschaft. Deshalb haben sie es versäumt rechtzeitig zu intervenieren als die Banken begonnen haben auch kreditunwürdigen Personen Hypotheken anzubieten. (
Subprime-Kredite) Diese Hypotheken wurden zu Paketen zusammengebündelt und als Wertpapiere zB. an andere Banken weiter verkauft. Investmentbanker haben mit diesen Wertpapieren gedealt und spekuliert bis klar wurde, dass die Hausbesitzer aufgrund der sinkenden Immobilienpreise die Kredite nicht mehr zurückzahlen können.
So hat die Schweizer Bank UBS bisher mindestens 21 Milliarden Franken in den Sand gesetzt und zieht dadurch die Schweizer Wirtschaft mit in den Abwärtsstrudel.
Die Regierung Bush hätte mit einer klugen Regulierung der Finanzmärkte rechtzeitig den Schlamassel verhindern können. Seit Jahren wird von vielen Sachverständigen gefordert, dass Banken eine genauere Risikoprüfung bei Geschäften mit Kreditwertpapieren und Hedgefonds vornehmen sollen. Ironischerweise reagiert die Regierung Bush jetzt wo es zu spät ist ausgerechnet mit staatlichen Interventionen. Bush und die Kriegshetzer-Gang sind Schuld an der Rezession weil sie eine naive und fahrlässige "laissez faire" Politik betrieben haben.
Traurigerweise ist die Zürcher SVP von der wirtschaftsliberalen Politik der Bush-Regierung offensichtlich begeistert und will von staatlicher Regulierung ebenfalls nichts wissen. Das erstaunt kaum wenn man bedenkt, dass diese Partei von Milliardären angeführt wird, die es fertig bringen dem Schweizer Volk vorzugaukeln eine Politik für die Mittel- und Unterschicht zu betreiben, in Tat und Wahrheit aber nur die Interessen der wirtschaftlichen Elite vertreten.
Hüben wie drüben werden die Anhänger der Rechtspopulisten konstant mit "unseriösen Behauptungen" irre geführt und betäubt.
In Amerika wacht man jetzt auf. Ein böses Erwachen.
So funktioniert das. Leider.