2008-02-05

GEORGE W. BUSH UND DIE KRIEGSHETZER-GANG

Von subergwest @ 10:01 [ subergwest ]
In meinem gestrigen Blog-Eintrag habe ich folgendes geschrieben: "Amerika ist auf dem Weg zu einer Rezession. Schuld daran ist der CEO George W. Bush und seine Kriegshetzer-Gang."
Alexander Müller (morgarten) hat daraufhin einen ausführlichen Kommentar gepostet auf den ich an dieser Stelle gerne antworten würde.

"Subergwest, auf was stützt du deine unseriöse Behauptung?"

Lieber Alexander Müller,
Ich behaupte seriös, dass Subergwest nur seriöse Behauptungen macht. Manche seriösen Behauptungen werden aber sehr unseriös gelesen.

"Es stimmt zwar, dass Bush für den Irakkrieg und den Einsatz in Afghanistan Milliarden verpulvert doch das ist nicht der wahre Grund weshalb die USA in eine Rezession zu schlittern drohen."

Ich habe geschrieben "Schuld daran ist der CEO George W. Bush und seine Kriegshetzer-Gang". Ich habe damit nicht gesagt die Kriege seien Schuld an der Rezession, sondern eben Bush und seine Kriegshetzer-Gang. (Kriegshetzer-Gang ist einfach die offiziell-anerkannte Bezeichnung für die Bush-Regierung. Genau so wie ich "rechtspopulistische Milliardäre" gelegentlich als Bezeichnung für die Zürcher SVP verwende. Aber wenn ich diese Begriffe jedes mal wieder erklären muss kommen wir ja nirgends hin, gell?)

Also weiter:
"Denn die USA lassen sich ihre Kriege von China und anderen Staaten die grosse Mengen an US-Dollar in ihren Nationalbanken horten finanzieren."

Stimmt.

"Vielleicht hast du ja schon mitgekriegt, dass der Dollarkurs in den vergangenen Monaten eingebrochen ist. Wer also Dollars hat, verliert Geld an die USA, welche damit ihren Krieg finanzieren."

Wir sind letztes Wochenende von einem viermonatigen USA-Aufenthalt zurück gekommen. Ich habe den Dollarkurs "mitgekriegt". Damit wir den Krieg nicht weiter finanzieren, haben wir unsere Dollars ganz schnell ausgegeben.

"Bush tut in Tat und Wahrheit alles um eine Rezession zu verhindern. Seine Steuerentlastungsprogramme sowie die Zinssenkung der Notenbank stützen die Wirtschaft."

Stimmt. Leider kommt das wahrscheinlich zu spät. Ausserdem gesteht er damit ein, dass seine wirtschaftsliberale Regierung versagt hat.

"Das Hauptproblem der US-Rezession dürfte am Einbruch am US-Häusermarkt liegen. Viele Häuser haben dadurch an Wert verloren. Kredite, die auf diese Häuser abgestützt waren sind plötzlich nicht mehr gedeckt, die Banken müssen Abschreibungen vornehmen, das wirkt sich auf ihre Gewinne aus, die einbrechen oder es gibt gar Verluste...die Aktienkurse fallen, die Nachfrage sinkt, Leute werden entlassen usw.
So funktioniert das."


Bush und die Kriegshetzer-Gang halten nichts von der Einmischung des Staates in die Wirtschaft. Deshalb haben sie es versäumt rechtzeitig zu intervenieren als die Banken begonnen haben auch kreditunwürdigen Personen Hypotheken anzubieten. (Subprime-Kredite) Diese Hypotheken wurden zu Paketen zusammengebündelt und als Wertpapiere zB. an andere Banken weiter verkauft. Investmentbanker haben mit diesen Wertpapieren gedealt und spekuliert bis klar wurde, dass die Hausbesitzer aufgrund der sinkenden Immobilienpreise die Kredite nicht mehr zurückzahlen können.
So hat die Schweizer Bank UBS bisher mindestens 21 Milliarden Franken in den Sand gesetzt und zieht dadurch die Schweizer Wirtschaft mit in den Abwärtsstrudel.
Die Regierung Bush hätte mit einer klugen Regulierung der Finanzmärkte rechtzeitig den Schlamassel verhindern können. Seit Jahren wird von vielen Sachverständigen gefordert, dass Banken eine genauere Risikoprüfung bei Geschäften mit Kreditwertpapieren und Hedgefonds vornehmen sollen. Ironischerweise reagiert die Regierung Bush jetzt wo es zu spät ist ausgerechnet mit staatlichen Interventionen. Bush und die Kriegshetzer-Gang sind Schuld an der Rezession weil sie eine naive und fahrlässige "laissez faire" Politik betrieben haben.

Traurigerweise ist die Zürcher SVP von der wirtschaftsliberalen Politik der Bush-Regierung offensichtlich begeistert und will von staatlicher Regulierung ebenfalls nichts wissen. Das erstaunt kaum wenn man bedenkt, dass diese Partei von Milliardären angeführt wird, die es fertig bringen dem Schweizer Volk vorzugaukeln eine Politik für die Mittel- und Unterschicht zu betreiben, in Tat und Wahrheit aber nur die Interessen der wirtschaftlichen Elite vertreten.
Hüben wie drüben werden die Anhänger der Rechtspopulisten konstant mit "unseriösen Behauptungen" irre geführt und betäubt.
In Amerika wacht man jetzt auf. Ein böses Erwachen.
So funktioniert das. Leider.

2008-02-04

ROADS TO RECESSION

Von subergwest @ 08:57 [ subergwest ]
Amerika ist auf dem Weg zu einer Rezession. Schuld daran ist der CEO George W. Bush und seine Kriegshetzer-Gang.

ROADS1

Viele Wege führen zu einer Rezession. Wir haben sie alle gesehen.

ROADS2
NEW YORK

ROADS3
NORTH CAROLINA

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LOUISIANA

WISCONSIN
WISCONSIN

NEW MEXICO
NEW MEXICO

ROADS6
COLORADO

ROADS7
UTAH

ROADS8
UTAH

UTAH
UTAH

ARIZONA
ARIZONA

CALIFORNIA
CALIFORNIA

2008-02-03

HOME AGAIN

Von subergwest @ 04:12 [ subergwest ]
Nach 24 Stunden Reise, 0 Stunden Schlaf und 4 mal durch den Metalldetektor gehen, sind wir wieder zu Hause in Suberg. Es ist fast 5 Uhr morgens und wir haben nach oberflächlicher Durchsicht der während 4 Monate angesammelten Post immerhin 3 Stunden schlafen können. Der grösste Teil der Post sind natürlich Rechnungen. Schon erstaunlich, dass das Leben in der Schweiz auch teuer ist wenn man gar nicht dort ist.
Zum Glück haben wir liebe Freunde und Familie die uns während unserer Reise über News aus der Schweiz informierten, die Post sammelten, die Rechnungen bezahlten, uns vom Flughafen abholten und für den Neubeginn Lebensmittel und Wein bereitstellten.
Danke an euch alle! So macht Heimkommen Spass!

Kathrin hat während den 3 Stunden Schlaf geträumt wir seien noch immer unterwegs und ich habe in meinem Traum das nächste tolle Restaurant gefunden. Ganz klar: Unsere Seelen sind noch on the road.
Wir haben in 4 Monaten 22'108 Kilometer im Auto zurückgelegt. 123 mal in 76 verschiedenen Hotels übernachtet und 3802 Fotos gemacht. Ich weiss nicht wie viel Benzin wir genau verbraucht haben. (Und wenn ich es wüsste, würde ich es nicht sagen, weil ich ein schlechtes Gewissen habe. Hätte uns jemand ein Solartaxi zur Verfügung gestellt, wir hätten es gerne genommen!)
Von den 3802 Fotos habt ihr erst einen Bruchteil gesehen. Es gibt noch ein paar Dinge die wir euch zeigen wollen. Wir bloggen noch ein bisschen weiter.

US0208

Amerika. Wir vermissen Dich. Dieses Lied ist für Dich.



We'll meet again, don't know where, don't know when, but I know we'll meet again some sunny day!

Gerade ist draussen ein Zug vorbei gefahren. Ein Zug! Es hat Funken gesprüht weil die Fahrleitungen am frühen Morgen noch gefroren sind. Der Zug fährt nicht mit Erdöl! Und er hält bei uns vor dem Haus! Die Schweiz ist schön!

2008-02-01

DER STAAT IST KEIN BUSINESS!

Von subergwest @ 18:27 [ subergwest ]
Schweizer Grosskonzern-Manager, Modern-Day-KMU-SVP-Wähler und Neoliberale-Zürcher-Journalisten: Ich weiss, dass ihr euch für news aus dem wirtschaftsliberalen Amerika interessiert. Also hört genau hin was Hillary Clinton gestern in Los Angeles sagte:



Die Steuern-senken-für-die-Reichen-und-laissez-faire-für-Grosskonzerne-Politik ist definitiv etwas in die Jahre gekommen. Hier in Amerika kann man ihr beim verfaulen zuschauen.


2008-01-31

LEAVING ON A JETPLANE

Von subergwest @ 23:13 [ subergwest ]
Wir haben in der Nähe des LAX Flughafens (L.A.) das letzte Hotel unserer Reise bezogen. In dieser Gegend gibt es nichts mehr zu tun ausser zu warten...
und CNN zu schauen.
In 2 Stunden und 28 Minuten findet drüben am Hollywood Boulevard die grosse Clinton-Obama-Debate statt. Ein historischer Moment. Grosse Show. Die Zuschauer bezahlen über 1000 Dollar für einen Sitzplatz im ausverkauften Kodak Theater. Kein Zufall und irgendwie bezeichnend für den amerikanischen Show-Wahlkampf, dass am selben Ort auch die Oscar-Verleihungen stattfinden.

In 24 Stunden geht unser Flieger. Unsere Stimmung beschreiben wir am besten mit zwei Songs aus den fetzigen Sechzigern. Ein Song für die Melancholie und Trauer die wir fühlen weil wir Amerika verlassen müssen:



Ein Song für die Vorfreude auf Freunde, gute Salatsaucen und das eigene Bett:


2008-01-30

L.A.

Von subergwest @ 17:59 [ FOOD ]
I love Los Angeles. I know a lot of people go there and they see just a huge sprawl of sameness. But when you're there for a while, you realize that each section has its own mood. The golden age of cinema is still alive there, in the smell of jasmine at night and the beautiful weather. And the light is inspiring and energizing. Even with smog, there's something about the light that's not harsh, but bright and smooth. It fills me with the feeling that all possibilities are available. I don't know why. It's different from the light in other places. The light in Philadelphia, even in the summer, is not nearly as bright. It was the light that brought everybody to L.A. to make films in the early days. It's still a beautiful place.

Aus Catching The Big Fish von David Lynch.

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2008-01-29

NO FUCKIN' MERLOT!

Von subergwest @ 03:59 [ subergwest ]
Wir sind auf Nebenstrassen (Sideways) im Santa Barbara Wine Country.
Manchmal machen wir Fotos

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und manchmal degustieren wir Wein.

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Cabernet, Pinot und Syrah... aber no fuckin' Merlot!



Der Kultfilm Sideways (2004) wurde hier gedreht und hat den Tourismus in der Gegend stark angekurbelt. Es kommen sogar Leute hierhin um Szenen aus dem Film am Originalschauplatz nachzuspielen und sich dabei zu filmen.

Weil auch wir absolute Fans des Films sind, wohnen wir natürlich im selben Hotel (Windmill) wie einst Miles und Jack

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und gehen jetzt dann gleich am selben Ort (Hitching Post) Abendessen.
Fahren und trinken tun wir nicht. Deshalb müssen wir erst zwei Kilometer dem Highway entlang gehen. Ohne Gehweg, dafür vorbei an zwei Tankstellen.
Das ist Amerika. Wir werden es vermissen!

2008-01-28

FUCK YOU, YOU FUCKING FUCK!

Von subergwest @ 07:21 [ subergwest ]
Eigentlich hätte ich heute gerne etwas von den Filmen erzählt die wir am Santa Barbara Film Festival gesehen haben.
Gestern hat uns der Film "Fix" nachhaltig beeindruckt und mir wird immer bewusster, wie wegweisend dieser Film für die Zukunft des Mediums ist.
Leider wurden wir heute von idee-freien Kurzfilmen und einem sehr langatmigen Dokumentarfilm enttäuscht. Es langweilt mich schon wenn ich nur daran denke.
Deshalb hier etwas aus dem Buch, dass ich grad lese:

Ideas are like fish.
If you want to catch little fish, you can stay in the shallow water. But if you want to catch the big fish, you've got to go deeper.

Das stammt aus dem Buch Catching The Big Fish von David Lynch. Man erfährt darin zum Beispiel, dass David Lynch seit über dreissig Jahren zweimal am Tag 20 Minuten meditiert und die meisten seiner Ideen bei einem Milk-Shake und Doughnut in einem Diner in Los Angeles hat. Ob man davon wohl diesen Blick kriegt?

Ich lese dieses Buch, weil ich unbedingt herausfinden will, wie man solch geniale Dialoge schreibt:

I'll send you a love letter! Straight from my heart, fucker! You know what a love letter is? It's a bullet from a fucking gun, fucker! You receive a love letter from me, and you're fucked forever! You understand, fuck? I'll send you straight to hell, fucker!
... In dreams... I walk with you. In dreams... I talk to you. In dreams, you're mine... all the time. Forever.



Über die Idee zu diesem Film schreibt Lynch in dem Buch:
In Blue Velvet, it was red lips, green lawns, and the song - Bobby Vinton's version of "Blue Velvet". The next thing was an ear lying in a field. And that was it.

2008-01-27

GLAMOUR

Von subergwest @ 17:24 [ subergwest ]
Gestern und heute besuchen wir das Internationale Film Festival von Santa Barbara. 11 Tage. 220 Filme aus 49 Ländern. Darunter 20 Weltpremieren und 22 US Premieren.

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Gestern Abend war hier Cate Blanchett zu Gast. Die zurzeit sehr gefeierte Schauspielerin hat gerade einen Golden Globe gewonnen und ist zweifach für den Oscar nominiert.
Wir hatten die Gelegenheit etwas von dem Glamour zu sehen, den der Schweizer Filmchef Nicolas Bideau in Solothurn so vermisst.

CAT2

Wir hatten gestern 40 Filme zur Auswahl und haben uns für den Film Fix entschieden. Dieser Film hatte mit Abstand die beste Kurz-Synopsis: Shot in the first person by the actors in the film, Fix is a one day odyssey through the myriad worlds of Los Angeles as documentary filmmakers Bella (Wilde) and Milo (director Tao Ruspoli) race to get Milo's brother Leo (Andrews) from jail to rehab before 8pm.

"Gefilmt in der ersten Person". Das machte uns neugierig!
Und wir wurden nicht enttäuscht. Der Film ist einsame Spitzenklasse und ein Feuerwerk von neuen Ideen.



Es ist schon interessant: Wir alle sehen zu 90% Filme, die aus Los Angeles stammen. Beim Film Fix hatte ich aber zum ersten Mal den Eindruck, Los Angeles wirklich zu sehen.


2008-01-26

UH! UH! UUH!

Von subergwest @ 04:01 [ subergwest ]
uhuh1

Uh! Uh! Uh! Uuh!

Uhuh2

Uuh! Uh! Uh! Beim Aussprechen gleichzeitig einatmen und Kopf in die Höhe strecken. Achtung: Unterkiefer nicht zu weit nach vorne. Sonst sieht es eher aus wie beim Affen.
So sollte es aussehen:

Uhuh3

Uhuh4

Uhuh5

Uh! Uh! Uuh!

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